Bei einem Date geht dieser Mann kurz auf die Toilette. 43 Jahre später fragt er sich noch immer, wo sein Gegenüber heute ist.

Bei einem Date geht dieser Mann kurz auf die Toilette. 43 Jahre später fragt er sich noch immer, wo sein Gegenüber heute ist.

 

Dieser alte Mann aus Boston beschreibt die wohl wichtigste Begegnung in seinem Leben. Er veröffentlicht auf der Plattform Craiglist seine Geschichte, um die Frau zu finden, die ihm vor 43 Jahren das Leben rettete, ohne es zu wissen. Seine Geschichte ist unendlich berührend, traurig und wunderschön zugleich!

Flickr/ZS


„Ich traf dich im Regen, am letzten Tag des Jahres 1972, an dem Tag, an dem ich beschlossen hatte, mich umzubringen.

Eine Woche zuvor bin ich auf Geheiß von Richard Nixon und Henry Kissinger vier B-52 Einsätze über Hanoi geflogen. Ich habe vierundachtzig Bomben abgeworfen. Wie viele Häuser ich zerstört, wie viele Menschen ich getötet habe, werde ich niemals erfahren. Aber in den Augen meiner Vorgesetzten hatte ich meinem Land ehrenvoll gedient und ich wurde dementsprechend mit einer Auszeichnung aus dem Dienst verabschiedet.

Und an diesem Morgen des Neujahrstages fand ich mich selbst in einer kargen Einzimmerwohnung an der Beacon- und der Herefordstraße wieder, mit einer Flasche Tennessee Whiskey und einem Anfall von Scham, der die Tiefen meiner Seele durchdrang. Als die Flasche leer war, ging ich zur Tür und schwor mir, wenn ich wiederkäme, würde ich die Smith & Wesson Model 15 aus dem Schrank holen und mir selbst das Ende bereiten, das ich verdiente.

Ich lief stundenlang herum. Ich lungerte an der Fenway herum, bevor ich mich zurückschlängelte, an der Konzerthalle vorbei und rüber zur Dreifaltigkeitskirche. Dann lief ich durch die Gemeinde, überwand den Hügel mit seinem goldenen Dom und tauchte ein in das charmante Labyrinth, das durchschnitten wird von der Hanover Street. Als ich den Hafen erreichte, öffnete sich der kohlrabenschwarze Himmel und aus einem Nieselregen wurde eine Dusche. Diese Dusche machte bald darauf Platz für einen wahren Wolkenbruch. Während die anderen Fußgänger schnell nach einem Unterschlupf suchten, stapfte ich direkt in den Regen. Ich vermute, ich dachte, oder besser hoffte, dass es den Rost der Schande wegwaschen würde, der sich um mein Herz gelegt hatte. Natürlich tat er das nicht und so machte ich mich auf den Weg zurück zur Wohnung.

Und dann sah ich dich.