Der deutsche Arzt sieht das Gesicht und verliert die Fassung. Denn keiner weiß, was diese Frau durchmachen musste.

Traurig und inspirierend: das Leben der „hässlichsten Frau der Welt“.

Über Schönheit lässt sich bekanntermaßen streiten: Was als schön oder hässlich gilt, kann je nach Gesellschaft und Kulturkreis sehr unterschiedlich sein. Nicht zuletzt ist Schönheit aber auch abhängig von der Zeit, in der man lebt. Mary Ann Bevan hatte das Pech, in einer Zeit zu leben, in der andersartige Menschen nichts zu lachen hatten. Wie die Engländerin zu dem Titel der „hässlichsten Frau der Welt“ kam, ist eine tragische, aber zugleich auch inspirierende Geschichte.

Mary Ann erblickt am 20. Dezember 1874 in Plaistow, London, als Kind einer Arbeiterfamilie das Licht der Welt. Einen Großteil ihrer Jugend arbeitet sie als Krankenschwester. Im Alter von 29 Jahren heiratet sie den Blumenhändler Thomas Bevan, der 11 Jahre später verstirbt und Mary mit vier Kindern zurücklässt. Ungefähr zu dieser Zeit machen sich bei Mary Ann Anzeichen einer seltenen Krankheit bemerkbar, die ihr Leben für immer verändern sollte.

Mary Ann leidet an Akromegalie – einer Wachstumsstörung, die sich durch eine Vergrößerung bestimmter Körperpartien, vor allem der Extremitäten, äußert. Vermutlich im Alter von 32 Jahren bemerkt Mary Ann die ersten Symptome dieser Krankheit: fortschreitende körperliche Fehlbildungen, Kopf- und Muskelschmerzen. So groß ihr Leid auch ist, Mary Ann darf sich nicht schonen, denn sie hat eine Familie zu ernähren.