Diese Tochter findet das geheime Tagebuch ihrer Mutter. Als sie darin liest, muss sie weinen.

Diese Tochter findet das geheime Tagebuch ihrer Mutter. Als sie darin liest, muss sie weinen.

 

Nachdem ihre geliebte Mama gestorben war, hat eine Tochter ein Tagebuch in einem Karton auf dem Schrank gefunden, das ihr dicke Tränen der Rührung in die Augen trieb. Besonders ein Eintrag hat sie berührt. Er stammte aus der Zeit, als die Tochter selbst überlegt hat, Mama zu werden. Sie konnte sich noch gut an diesen Moment erinnern, ahnte aber nicht, wie viele Gedanken eigentlich dahintersteckten. Aber was in dem Buch steht, ist zu bewegend, um es nicht zu teilen:

Wir sitzen abends beim Essen, als meine Tochter in die Unterhaltung einwirft, dass sie und ihr Ehemann versuchen, eine Familie zu gründen. „Wir machen eine Umfrage“, sagt sie halb im Witz. „Denkst du, wir sollten ein Baby bekommen?“

„Ich denke, es wird dein Leben verändern“, antworte ich und versuche, so gelassen wie möglich zu klingen.

„Ich weiß“, sagt sie. „Kein Ausschlafen mehr am Wochenende und keine spontanen Wochenendsausflüge mehr.“

Aber das meinte ich gar nicht. Ich sehe meine Tochter an und versuche zu entscheiden, was ich ihr erzählen soll. Ich versuche ihr klar zu machen, was sie niemals in ihren Baby-Kursen lernen wird.

Ich will ihr sagen, dass die körperlichen Wunden einer Geburt heilen werden, aber wenn sie eine Mutter wird, wird sie auf ewig eine emotionale Wunde tragen, die so tief geht, dass sie für immer verletzlich bleiben wird.

Ich denke darüber nach, sie zu warnen, dass sie niemals wieder die Nachrichten lesen kann, ohne sich selbst zu fragen: „Was wäre, wenn das grad MEIN Kind gewesen wäre?“ Das jeder Flugzeugabsturz, jeder Häuserbrand sie verfolgen wird.

Dass, wenn sie Bilder von verhungernden Kindern sehen wird, sie sich fragen wird, ob es irgendetwas Schlimmeres geben könnte, als dabei zusehen zu müssen, wie ihr Kind stirbt.

Ich sehe ihre gut manikürten Fingernägel und ihren modischen Anzug und denke, egal wie kultiviert sie ist. Sobald sie Mutter wird, wird sie auf die primitive Ebene einer Glucke reduziert werden, die ihr Kleines bewacht. Dass der drängende Ruf „Mama!“ sie dazu bringen wird, ihr Dessert fallen zu lassen oder ihr bestes Porzellan, ohne auch nur zu zögern.

Ich denke, dass ich sie warnen sollte, dass egal wie viele Jahre sie in ihre Karriere investiert hat, sie höchstwahrscheinlich beruflich von der Mutterschaft zurückgeworfen wird.  Sie könnte sich um eine Kindertagesstätte bemühen und trotzdem an den süßen Geruch ihres Babys denken, wenn sie ein Meeting hat. Sie wird jedes Fitzelchen Disziplin aufbringen müssen, um sich davon abzuhalten, zu ihrem Baby zu laufen, nur um zu sehen, ob es ihm gut geht.

Ich möchte, dass meine alltäglichen Entscheidungen keine Routine mehr sein werden. Dass das Bedürfnis eines Fünfjährigen, lieber auf die Männertoilette als auf die Frauentoilette bei McDonald’s zu gehen, ein Riesenproblem werden wird. Dass genau da inmitten von klappernden Tabletts und kreischenden Kindern Fragen der Unabhängigkeit und Geschlechtsidentität immer gegen die Möglichkeit eines Kinderschänders aufgewogen werden müssen, der auf der Männertoilette lauert.

Egal wie gut sie sich im Büro entscheiden kann, sie wird sich immer als Mutter hinterfragen.

Wenn ich meine attraktive Tochter ansehe, dann möchte ich ihr versichern, dass sie irgendwann die Pfunde der Schwangerschaft loswerden wird, aber sie wird sich niemals mehr so fühlen, wie vorher.