Dieses Paar hat 17 Kinder, aber keines davon ist noch am Leben. Der Grund dafür wird dich noch lange verfolgen.

Gesundes Kind stirbt plötzlich an unentdeckter Hirnhautentzündung.

Lizzie Anslow aus Bridgnorth im englischen Shropshire, wollte immer eine Mutter sein. Sie und ihr Mann Matthew versuchen, ein gemeinsames Kind zu bekommen und eine Familie zu gründen.

Doch vor ihnen liegt kein leichter Weg. Im Laufe sechs langer, schmerzhafter Jahre erleidet Lizzie insgesamt 16 Fehlgeburten. Das Paar ist verzweifelt, aber sie geben nicht auf und Lizzie wird erneut schwanger. Es folgt eine schwierige, angsterfüllte Schwangerschaft, bevor die kleine Fleur-Rose 2014 zweieinhalb Monate zu früh geboren wird. Sie wiegt nur 2 Kilogramm, wird aber schnell ein kräftiges, fröhliches und gesundes Baby. Ihre Eltern können ihr Glück kaum fassen und nennen ihre Tochter ihr „Wunderbaby“.

Nur 15 Monate später wacht die kleine Fleur-Rose eines Nachts weinend auf. Sie hat leicht erhöhte Temperatur. Ihre Mutter denkt, dass sie vielleicht eine Grippe bekommt, gibt ihr ein sanftes Schmerzmittel für Kleinkinder und Wasser zu trinken.

Doch nur wenig später ist ihre Temperatur auf gefährliche 39 Grad Celsius gestiegen und sie bekommt Fieberkrämpfe. Ihre entsetzten Eltern rufen den Notarzt und Fleur-Rose wird so schnell wie möglich ins Krankenhaus und auf die Kinderintensivstation gebracht.

Auf dem Weg ins Krankenhaus hörten die Krampfanfälle auf. Fleur-Rose scheint es besser zu gehen und sie spielt sogar wieder mit ihren Plüschtieren. Um die Mittagszeit herum beginnt sie zu würgen, scheint aber normal atmen zu können. Die Ärzte röntgen ihren Brustkorb und finden nichts Auffälliges, aber Fleur-Rose will immer noch nichts essen.

Trotzdem wirkt sie gesund und fröhlich. Sie sitzt auf dem Schoß ihres Vaters Matthew, der versucht, sie mit Kartoffelbrei zu füttern, als die Eltern einen roten Fleck auf ihrem Hals bemerken. Sie rufen die Krankenschwester, aber die Rötung verschwindet so schnell, wie sie aufgetaucht ist.

Um halb sechs am frühen Abend teilen die Ärzte Lizzie und Matthew mit, dass sie Fleur-Rose jetzt mit Antibiotika gegen eine Hirnhautentzündung behandeln werden.

„Das war das erste Mal, dass sie eine Hirnhautentzündung erwähnten. Ich war völlig verängstigt. Sie verfiel vor unseren Augen“, erinnert sich Lizzie. Sie erfährt, dass ihre Tochter eine spezielle Form von bakteriell ausgelöster Hirnhautentzündung hat.

Nicht einmal eine halbe Stunde später überzieht ein roter Ausschlag Fleur-Roses Körper und sie erleidet schnell nacheinander vier Herzinfarkte. Ein ums andere Mal muss sie von den verzweifelten Ärzten wiederbelebt werden. Um elf Uhr am selben Abend müssen sie Lizzie und Matthew sagen, dass sie nichts mehr für das kleine Mädchen tun können. Das Unfassbare ist wahr geworden: Die kleine Fleur-Rose ist tot und ihre Eltern bleiben ohne sie zurück.

„Fleur-Rose war so gesund. Sie spielte und lachte, noch einen Tag, bevor sie starb“, berichtet Lizzie. „Die Leute halten immer nach dem Ausschlag Ausschau, aber der tauchte erst viel später auf.“

In ihrer Trauer will sie nichts mehr, als zu verhindern, dass andere Eltern dasselbe durchmachen müssen, wie sie. „Ich denke, dass jedes Kind, dass mit ähnlichen Symptomen wie sie ins Krankenhaus kommt, sofort auf Hirnhautentzündung getestet werden sollte. Das Leben eines Kindes ist kein Glücksspiel.“

Hirnhautentzündung, oder auch Meningitis, bleibt eine tückische und manchmal tödliche Krankheit, die oft urplötzlich auftritt. Die wichtigsten Symptome sind:

  • Kopfschmerzen
  • hohes Fieber
  • Erbrechen
  • Lichtempfindlichkeit
  • Krämpfe
  • Muskelverspannungen
  • starke Steifheit des Nackens.

Bei Säuglingen und Kleinkindern sind die Symptome oft weniger deutlich, als bei Erwachsenen. Die sonst typische Nackensteife kann bei kleinen Kindern ganz fehlen. Bei einer bakteriellen Hirnhautentzündung verschlechtert sich der Gesundheitszustand des Kindes oft rasend schnell, daher sollte bei Verdacht sofort ein Arzt gerufen werden.

Auch in Deutschland sterben pro Jahr etwa 10 Kinder an bakterieller Hirnhautentzündung. Die Ständige Impfkommission am Robert-Koch Institut (STIKO) rät darum, Kinder bereits im ersten Lebensjahr impfen zu lassen. Auf jeden Fall sollten die individuellen Notwendigkeiten so früh wie möglich mit dem Kinderarzt besprochen werden.

Lizzie und Matthew haben in Fleur-Roses Namen 12.000 englische Pfund (etwa 13.970 Euro) für die Forschung zu Hirnhautentzündung „Meningitis Now“ gesammelt. „Ich will, dass die Menschen sich an sie erinnern“, sagt Lizzie.

Wie furchtbar, ein geliebtes, so lange sehnlichst herbeigewünschtes Kind so grausam und plötzlich zu verlieren. Es bleibt nur, den armen Eltern viel Kraft zu wünschen, und zu hoffen, dass ihr trauriger Appell nicht ungehört verhallt.

Wenn durch ihre Botschaft auch nur ein Kind gerettet werden kann, dann haben Lizzie und Matthew noch in ihrer Trauer etwas Gutes bewirken können.