“Du wirst sterben!”, sagt der Mann und zieht seine Freundin an den Haaren aufs Sofa. Dort lässt er seiner Wut freien lauf.

„Jamie riss 21-mal mein Gesicht ein“, berichtet Melody. „Es war, als hätte er versucht, mich lebendig zu essen“, fügt sie hinzu. Als sie sich im Spiegel sah, erkannte sie sich zunächst selbst nicht mehr wieder. Melody hatte Angst, dass ihr Ex-Freund recht behalten würde und sie niemand mehr anschauen würde. „Ich sah aus wie ein Monster“, berichtet sie. Melody trug zahlreiche Narben davon – auch im Gesicht –, und ihr rechtes Auge ist nun etwas kleiner als das linke.

Diese schlimme Attacke ihres Ex-Freundes hinterließ natürlich auch tiefe Spuren in der Psyche der 25-Jährigen. Sie erlitt eine posttraumatische Belastungsstörung und musste sich in psychologische Behandlung begeben. Vorerst kam sie in einem Frauenhaus unter.

Die mutige Frau zeigte Jamie an: Ihr Ex-Freund erhielt eine zweieinhalbjährige Haftstrafe mit anschließendem Kontaktverbot zu Melody. Zudem musste er an einem 30-tägigen Programm teilnehmen, bei dem er lernen sollte, in Zukunft seine Beziehungsfähigkeiten zu verbessern. Melody freilich hat seit der Tat Angst vor einer neuen Beziehung und kämpft noch mit ihrem veränderten Aussehen nach der Attacke.

Wenn du selbst ein Opfer häuslicher Gewalt bist oder dies bei jemanden in deinem Umfeld vermutest, solltest du dich an eine der zahlreichen Beratungsstellen wenden. Wenn ein Partner in der Beziehung anfängt, dem anderen körperlichen oder psychischen Schaden zuzufügen, ist es höchste Zeit, die Beziehung zu beenden. Dies sollte möglichst frühzeitig geschehen, damit man schlimme Folgen wie in Melodys Fall verhindern kann.