Er ist 46, obdachlos und fleht einen 30-Jährigen an, ihn mitzunehmen. Was daraus entsteht, ist einmalig.

Er ist 46, obdachlos und fleht einen 30-Jährigen an, ihn mitzunehmen. Was daraus entsteht, ist einmalig.

 

Miroslav ist seit sechs Monaten arbeitslos und lebt auf der Straße. Er sucht verzweifelt eine Anstellung, aber seine wackeligen Deutschkenntnisse und die Tatsache, dass er schon 46 Jahre alt ist, machen es ihm schwer. Aber Miroslav würde jeden Job der Welt annehmen, wenn er nur wieder arbeiten könnte.

Er übernachtet an einer Bushaltestelle in Österreich und ist Tag und Nacht den Elementen ausgesetzt. Seine Verzweiflung, endlich wieder eine feste Arbeitsstelle zu haben, treibt ihn zum Äußersten. Bei einer nahen Tankstelle beginnt er, die Kunden zu fragen, ob nicht einer von ihnen für ihn Arbeit hätte. Einer nach dem Nächsten schüttelt den Kopf. Da kommt er zu einem jungen Mann, der knapp 30 Jahre alt ist.

Facebook/Tischlerei Hartl Gmbh

Ob er ihn mit in Richtung Freistadt nehmen könnte. „Nein, sicher nicht“, sagt der junge Mann ziemlich hart. Man kann sich vorstellen, wie das Herz des verzweifelten Obdachlosen in Richtung Hose rutscht. Doch niemand erwartet, was für eine schicksalshafte Wendung die Begegnung nehmen würde.

Miroslav fragt den jungen Mann mit ganz zittriger und zurückhaltender Stimme, ob die Tischlerfirma für die er arbeitet denn einen neuen Arbeiter brauche. „Kann schon sein“, sagt der junge Mann. Da bricht es aus Miroslav heraus. Unter Tränen erzählt er ihm alles: Dass er seit sechs Monaten auf Arbeitssuche sei, dass er nichts finden könne und dass er nicht weiß, wie er Essen kaufen sollte oder wo er die nächste Nacht verbringt.

Und dann geschieht etwas, das wie ein Lotto-Gewinn für den armen Miroslav ist: Der Mann macht ihm vom Fleck weg ein Stellenangebot. Denn der junge Mann entpuppt sich als Herbert Hartl, der Chef der besagten Tischlerfirma. Seit 10 Jahren hat er seine eigene Firma und er sucht zufällig einen Mitarbeiter. Miroslav kann es nicht glauben: „Bist du der Chef?“ „Ja, bin ich“, sagt Herbert.

Facebook/Herbert Hartl