Er stiehlt der Zwangsarbeiterin im Straflager etwas. Doch nach 65 Jahren gibt er es ihr zurück.

Er stiehlt der Zwangsarbeiterin im Straflager etwas. Doch nach 65 Jahren gibt er es ihr zurück.

 

Mokrina Yurzuk, ein Mädchen aus einer kleinen Stadt in der Ukraine und der Italiener Luigi Pedutto trafen sich 1943 an einem sehr ungewöhnlichen Ort, um eine Liebesgeschichte zu beginnen: In einem deutschen Gefangenenlager in Österreich. Über 60 Jahre später erinnert sich Luigi immer noch an das Erste, was ihm an Mokrina aufgefallen ist: Die wunderschönen Grübchen in ihren Wangen, immer wenn sie lächelte. Über die nächsten 2 Jahre, während sie versuchten die Schrecken des Krieges zu überleben, wurde das junge Paar unzertrennlich – und das obwohl Mokrina anfangs nicht Italienisch sprechen und Luigi kein einziges Wort auf Russisch sagen konnte. „Ich wusste wie man ‘Ich liebe dich’ auf Italienisch sagt. Das habe ich vor ihm noch nie zu jemanden gesagt“, erinnert sich die alte Dame voller Zärtlichkeit.

Mit dem Sieg der Alliierten folgte 1945 endlich Frieden. Doch was den Hunderttausenden Leidtragenden in den Lagern Freiheit brachte, beendete Mokrinas und Luigis Liebe. Als das Gefangenenlager befreit wurde, befand sich das Paar auf zwei verschiedenen Seiten und Mokrina wurde zurück in die UdSSR gebracht. Luigi konnte nur mit Tränen in den Augen zuschauen, wie er von der Liebe seines Lebens getrennt wurde. In seiner Hand hielt er ihre Adresse und eine Locke, die er in der Nacht davor heimlich abgeschnitten hatte als sie schlief. In diesem Augenblick machte er ihr ein stilles Versprechen. „Ich werde sie dir zurückbringen. Ich werde sie dir ganz bestimmt zurückbringen.“ Luigi wurde schließlich auch entlassen und kehrte nach Italien zurück, wo es sein erstes Anliegen war, in die Ukraine zu reisen und Mokrina zu suchen. Doch aufgrund der steigenden Nachkriegs-Feindlichkeit zwischen Ost- und Westmächten durfte Luigi nicht einreisen und auch Mokrina war es nicht erlaubt nach Italien zu kommen. Es schien als würde dasselbe Schicksal, das sie einst zusammenbrachte, sie nun dazu verdammen, für immer voneinander getrennt zu bleiben.