Die 22-Jährige bekommt ein Tattoo am Bein. Doch dreht man es um, enthüllt es ihr Geheimnis, dass sie jetzt mit dem ganzen Netz teilt.

Die 22-Jährige bekommt ein Tattoo am Bein. Doch dreht man es um, enthüllt es ihr Geheimnis, dass sie jetzt mit dem ganzen Netz teilt.

 

Bekah Miles aus Oregon (Tattoo) lässt sich wie so viele junge Frauen ein Tattoo stechen. Doch dreht man es um, bekommt es eine ganz andere Bedeutung, die einem sprichwörtlich unter die Haut geht. In diesem Facebook-Post öffnet Bekah ihr ganzes Inneres:

 

Facebook/Bekah Miles

 

“(Liebe Mama und Papa, bitte seid nicht sauer wegen dieser Entscheidung, die man nicht mehr rückgängig machen kann. Ich möchte, dass ihr mir erst einmal zuhört.)

 

Heute gebe ich etwas preis, dass nur einige von euch wissen. Ich bin bereit über meine psychische Erkrankung zu sprechen. Ich wurde letztes Jahr mit Depressionen diagnostiziert. Ehrlich gesagt glaube ich, dass das schon sehr viel länger mein Problem war, aber zu diesem Zeitpunkt wurde es so schlimm, dass ich kaum noch funktionierte.

 

Also habe ich mir heute dieses Tattoo stechen lassen. Ich glaube, dass mein Bein die beste Stelle für die Bedeutung dahinter ist. Jeder, der es sieht, liest ‘I’m Fine’ (Mir geht’s gut) aber wenn ich von oben auf mein Bein herunterschaue, steht da ‘Save Me’ (Rette mich). Für mich heißt das, dass die Menschen denken, mit mir sei alles in Ordnung, wenn es in Wirklichkeit nicht so ist. Es erinnert mich daran, dass Leute, die von außen glücklich erscheinen, vielleicht selber mit sich zu kämpfen haben.

 

Für mich sind Depressionen die Tage, an denen ich mich ohne Grund traurig fühle.
Depressionen sind die Morgen, an denen ich mich nicht in der Lage fühle aufzustehen.
Depressionen sind zu wenig oder zu viel zu schlafen.
Depressionen sind die Hausaufgaben, die ich nie fertig machte, einfach weil ich nicht glaubte, sie zu schaffen.
Depressionen sind die Zusammenbrüche, die ich wegen rein gar nichts habe.
Depressionen sind zu viel oder zu wenig zu essen.
Depressionen sind die Nächte, in denen ich zu weinen anfange, weil mir alles zu viel wird, obwohl alles gerade gut läuft.
Depressionen sind die 50 Pfund, die mir ständig auf die Brust drücken.
Depressionen sind das Bedürfnis ständig abgelenkt zu sein (soziale Medien, Videospiele, Filme schauen, ständig arbeiten) denn ich kann nicht länger als 3 Minuten mit meinen Gedanken allein sein.
Depressionen sind die Freundschaften, die gelitten haben, wegen meiner Unfähigkeit zu funktionieren.
Depressionen sind die schmerzhaften Gedanken und Handlungen, die ich gegen mich wende.
Depressionen sind die Tränen, die ich habe, weil ich mich so wertlos fühle, obwohl ich glücklich sein sollte.

 

Es ist sehr schwer für mich darüber zu sprechen, da es furchtbar hart für mich ist, mich verletzlich zu fühlen… aber man muss darüber reden. Psychische Erkrankungen sind ernst, aber werden in unserer Gesellschaft totgeschwiegen. Wir kümmern uns so sehr um unsere körperliche Gesundheit, aber kaum um unsere geistige. Und das sollte absolut nicht sein. Psychische Erkrankungen sind keine Wahl, die man trifft und werden wahrscheinlich jeden einmal an einem Punkt in seinem Leben treffen. Wenn es so eine große Sache ist, warum reden wir dann nicht einfach darüber?