Diese 27-Jährige spürte auf dem Heimweg etwas seltsames im Auge. Sie hatte keine Ahnung, was Schlimmes folgen würde.

Frau besiegt mit Hilfe von Selfies ihre Gesichtslähmung.

Die 27-jährige Anna Robinson aus Nottingham in England, von Beruf klinische Projektleiterin, erlebte einen wahren Alptraum: „Eines Nachts fuhr ich von der Arbeit nach Hause, und ein Auge fühlte sich ein wenig trocken an. Das andere fühlte sich hängend an. Ich dachte in diesem Moment jedoch nur, dass ich müder als sonst sei.“ Anna aß dann noch mit Freunden zu Abend. Alles war wie immer. Am nächsten Morgen machte sie sich wie gewöhnlich fertig für den Tag. Als sie ihren Lippenbalsam auftragen wollte, bemerkte sie plötzlich, dass sie ihre Lippen nicht mehr schließen konnte.

Doch das war nicht alles: „Ich stellte fest, dass die linke Hälfte meines Gesichts völlig gelähmt war. Ich war schockiert“, erinnert sich Anna. Sofort suchte die junge Frau einen Arzt auf, doch dieser hatte an diesem Tag keine Termine mehr frei. Da Anna davon ausging, dass kein Notfall bestehe, ging sie zunächst wieder nach Hause.

Dort fing sie jedoch an, ihre Symptome zu googeln. Zunächst dachte sie an einen Schlaganfall. Doch schnell stellte sich heraus, dass sie mit dieser Annahme falsch lag. Es handelte sich um eine Gesichtslähmung, eine sogenannte Facialisparese. Bei dieser Krankheit führt eine Schädigung des Gesichtsnervs zu einer Lähmung der Gesichtsmuskulatur. Die Ursachen reichen von Infektionen über Verletzungen bis hin zu Tumoren.

Am nächsten Tag suchte sie sofort das Queen’s Medical Centre in Nottingham auf. Nach einigen Untersuchungen teilten ihr die Ärzte mit, dass sie nur abwarten könne. Wenn sie viel Glück habe, würde die Gesichtslähmung wieder verschwinden. Dies sei jedoch nicht immer der Fall. Sie erhielt dennoch eine 10-tägige Behandlung mit Steroiden.

Doch es wurde nicht besser – im Gegenteil: Nach 2 Tagen fing Annas Gesicht an, anzuschwellen, und die gelähmte Gesichtshälfte hing sichtbar herunter. Die junge Frau erinnert sich: „Mein ganzes Gesicht schmerzte so sehr, dass ich nachts aufwachte. Es war, als hätte mir jemand mitten in der Nacht in diese Gesichtshälfte geschlagen.“

Anna fühlte sich von nun an dazu gezwungen, den Leuten zu erklären, weshalb sie so aussah. Sie wollte ihnen klarmachen, dass dies nicht ihr normales Gesicht sei. Ihr verändertes Aussehen belastete die sonst so selbstbewusste Frau so sehr, dass sie soziale Ängste entwickelte und sich zuhause verkroch.

Obwohl ihr die Ärzte sagten, sie könne nichts gegen die Gesichtslähmung tun, außer abzuwarten, beschloss Anna, die Sache selbst in die Hand zu nehmen.

Sie wollte alles dafür tun, wieder lachen zu können. Anna ging zur Physiotherapie und dokumentierte ihre täglichen Fortschritte mit Selfies. Außerdem nahm sie einige Nahrungsergänzungsmittel. Die Engländerin hatte ihre ganz persönliche Motivationsquelle: „Mein Hauptziel war es, bis zum Weihnachtsfest in 4 Monaten wieder lachen zu können. Ich wollte es unbedingt bis dahin schaffen.“ Doch die Ärzte machten ihr wenig Hoffnung auf Besserung. Nur eine Person von 14 schaffe es, die Gesichtslähmung wieder loszuwerden.

Jeden Tag übte sie ihre Gesichtsbewegungen. Nach 17 Tagen sah sie endlich erste Fortschritte. Das war der Fall, weil sie täglich Selfies machte, um selbst kleinste Veränderungen wahrnehmen zu können. Nach nur 10 Wochen hatte Anna ihr Lächeln wieder.

Wenn dich die Bilder noch nicht so ganz von Annas Heilung überzeugt haben, dann schau dir das folgende Interview mit ihr an (auf Englisch):


Annas Geschichte zeigt, dass der Glaube Berge versetzen kann. Die junge Frau wollte nicht weiter in Selbstmitleid versinken, sondern kämpfte dafür, ihr altes Gesicht wiederzubekommen. Sie hat es geschafft. Bei der Heilung von Krankheiten spielt also nicht nur die richtige Behandlung eine Rolle, sondern auch die feste Überzeugung, wieder gesund werden zu können.